1. Rhöner Schinken- und Destillationsmarkt

Rasdorfer Geschichte in Kürze

Rasdorf ist ein Ort vieler Superlative und sehr geschichtsträchtig sowie eng verbunden mit der Geschichte von Fulda.

Zentral ist die ehemalige Stiftskirche mit herausragenden und rätselhaften Kapitellen. In der Stiftskirche ist der älteste Taufstein im Landkreis und eine sehr schöne Barockkanzel. Die Rasdorfer Stiftskirche gilt als wertvollste Dorfkirche in der Diözese Fulda.

Rasdorf hat den größten Dorfanger Hessens, bedingt durch die alte Handelsstraße Frankfurt-Leipzig. Diese ist ein Teilstück der Via Regia (verbindet Santiago de Compostela mit Kiew). An der Landstraße in Rasdorf finden Sie einen Meilenstein der Via Regia.

In Rasdorf gibt es einen gut erhaltenen Wehrfriedhof aus dem Mittelalter. Durch das ehemalige Benediktinerkloster hat Rasdorf eine bewegte Geschichte.

Auf dem Gehilfersberg am Rande des Dorfes steht eine beliebte Wallfahrtskapelle (siehe auch „Geschichte der Wallfahrt in Rasdorf„). Sie war und ist sehr bedeutend im Fuldaer Land.

Der Point Alpha, wo sich NATO und Warschauer Pakt Auge in Auge gegenüberstanden, war zu Zeiten der deutschen Teilung einer der heißesten Punkte im Kalten Krieg. Heute ist Point Alpha Kulturdenkmal, Museum, Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte.

Rasdorf liegt in prachtvoller Lage zwischen den Bergen des Hessischen Kegelspieles.

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Alte Postkarte aus Rasdorf um 1890

Erstmalig erwähnt wurde Rasdorf im Jahr 780 durch Schenkungen an das Kloster Fulda. Somit ist Rasdorf einer der ältesten Orte dieser Gegend.

Im Jahr 815 entsteht ein Nebenkloster von dem Benediktinerkloster Fulda. Der Fuldaer Abt Hrabanus baute 831 die erste Kirche aus Stein an der Stelle der heutigen Stiftskirche. Nach deren Einsturz entstand 1274 die heutige Stiftskirche in gotischer Bauweise unter Verwendung alter romanischer Bauteile.

Im Rasdorfer Kloster waren 32 Mönche und 20 Schüler. Reliquien von Cäcilia, Valerian und Tiburtius wurden 838 in der Stiftskirche vom Fuldaer Abt Hrabanus beigesetzt. Seitdem hat die Stiftskirche neben dem Hauptpatron Johannes der Täufer eine 2. Patronin, die Hl. Cäcilia. Im Jahr 845 fand hier in Rasdorf eine Aussöhnung von Ludwig dem Deutschen (Enkel Karl des Großen) mit dem berühmten Abt und Gelehrten Hrabanus Maurus statt. Warum gerade hier? Wahrscheinlich wegen der berühmten Kapitelle, wo die Verbindung Kirche und Staat hervorragend dargestellt wird.

Im Jahr 977 wurde das Kloster Rasdorf in ein Kollegiatstift umgewandelt (Vereinigung von Weltgeistlichen unter der Führung eines Propstes und einem Dekan). So konnte sich unter dem Schutz des Stiftes eine funktionierende Gemeinde entwickeln. Der Stift kümmerte sich um die Bildung, übte Vogteirechte aus und hatte das ungebotene Dingwerksgericht. Die Güter des Stiftes wurden an die umliegenden Bauern verpachtet.

Im Rahmen der Säkularisation 1803 wurde das Kollegiatstift aufgelöst. Die Güter wurden zur Gründung des Fuldaer Lyzeum verwandt. Der Lyzeumsfond besteht heute noch zur Unterhaltung der Stiftskirche und des Pfarrhauses.

Christina Weller, 21.05.2019

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Alte Postkarte aus Rasdorf um 1900

Der Verein

Der Verein zur Förderung der Heimat- und Kulturpflege Rasdorf e. V. wurde 1996 gegründet.

Er besteht aus den Abteilungen
– Aufarbeitung und Dokumentation der Heimatgeschichte (s. a. Rasdorfer Geschichtsblatt)
– Gästeführer
– Partnerschaft mit Himesháza

Vorsitzender:
Karl Hohmann
Konrad-Adenauer-Ring 26
36169 Rasdorf